KRIMINALITÄT, RESOZIALSIERUNG, REINTEGRATION


PRÄVENTION VON GEWALT- UND JUGENDKRIMINALITÄT; RESOZIALISIERUNG UND GESELLSCHAFTLICHE REINTEGRATION JUGENDLICHER STRAFTÄTER

Anne Hofinga
 
 
2009 wurde in Rußland eine grundlegende Reform des Strafvollzuges angekündigt, dessen Haftbedingungen und Strukturen laut Präsident Medwedew noch „auf Stalins Konzentrationslager zurückgehen“. Wirksame Präventionsmodelle, Resozialisierungsmaßnahmen während der Haft- bzw. Bewährungszeit und Bewährungshilfe nach der Entlassung fehlen weitgehend. Im Jugendstrafvollzug fehlen effektive Ansätze, um den Teufelskreis von Herkunft aus Familien mit hohem Gewaltpotential, der Ausbildung straffälliger Jugendlicher zum „professionellen Kriminellen“ im Gefängnis und einer nachfolgenden Gefängniskarriere zu durchbrechen. Für eine Fachveranstaltung ergeben sich daraus äußerst aktuelle Aufgaben im Bereich von Fortbildungsmaßnahmen für russische Fachkräfte und von konzeptueller Arbeit im Bereich Gewaltprävention, Strafvollzug, Resozialisierung und Bewährungshilfe.
 
 
ZIELGRUPPE
  • Jugendliche und junge Erwachsene, die auf Bewährung oder zu Haft verurteilt wurden
  • Waisen und Sozialwaisen in Erziehungsanstalten
  • Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien und/oder Familien mit hohem Gewaltpotential,  Straßenkinder, Mitglieder von Jugendbanden
  • junge Eltern bzw. alleinstehende Mütter aus sozial schwachen und kriminell vorbelasteten Familien
 
THEMEN FÜR FACHDISKUSSIONEN
  • neueste neurobiologische Forschungsergebnisse zum unmittelbaren Einfluß von körperlicher Züchtigung und seelischer Gewalt in Elternhaus und Erziehungsanstalten auf die Entwicklung des Gehirns und seiner Funktionen bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen
  • neueste Forschungsergebnisse zur Entstehung von Kriminalität unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen und zur Entstehung der Bereitschaft ihrer Altersgenossen, als einzige Maßnahme verschärfte Strafen zu fordern bzw. solche als Richter zu verhängen
  • neueste Forschungsergebnisse zu wirksamen Maßnahmen zur Gewalt- und Kriminalitätsprävention, insbesondere auch Maßnahmen im frühen Kindesalter für junge Eltern aus sozial schwachen und kriminell vorbelasteten Familien
  • moderne praxiserprobte Präventions- und Resozialisierungsmodelle (Theorie UND Praxis)
  • sozialtherapeutische Möglichkeiten der Kunst-, Musik- und Handwerkstherapie, sozialpädagogische Trainingsmodelle zum Umgang mit Gewalt, Aggressionen etc. während der Haft bzw. der Bewährungsfristen (Theorie UND Praxis)
  • effektive soziale Reintegrationsmodelle aus dem Bereich der Bewährungshilfe für jugendliche Straftäter nach ihrer Haftentlassung
  • Jugendgerichtsbarkeit, Reform des Jugendstrafvollzugs, Aufbau von Bewährungshilfe

Anne Hofinga, Moskau
Vorstandsvorsitzende des Zentrums für
soziale Entwicklung und Selbsthilfe „Perspektiva“, Moskau
Vorstandsvorsitzende von Perspektive Rußland e.V. (vormals Russlandhilfe e.V.), Frankfurt am Main
Initiatorin und Verantwortliche Sekretärin des Sozialforums
Koodinatorin des Themenbereichs Kriminalität im Sozialforum