FORUM "FÖDERALES WOLGA-GEBIET, EIN OFFENER RAUM FÜR INKLUSION

 
Vom 16-17 Mai 2912 fand im Samarer Fortbildungsinstitut das für Mitarbeiter des Bildungsbereichs das interregionale Forum „Föderales Wolga-Gebiet“ − ein offener Raum für Inklusion − Theorie, Praxis und Entwicklungsperspektiven“ statt. Organisatoren der Veranstaltung waren die NGO „Assoziatija Desnica“ und das Ministerium für Bildung und Wissenschaft des Gebietes Samara.

TEILNEHMER
Teilnehmer des Forums waren über hundert Vertreter breiter Fachkreise: Mitglieder von Behinderten-Vereinigungen und Eltern von Kindern mit Behinderungen, NGOs, die sich um Bildungsfragen, soziokulturelle Rehabilitation und psychologisch-pädagogische Förderung kümmern. Hinzu kamen die Leiter regionaler und städtischer Verwaltungen aus dem Bildungsbereich, Vertreter der Ombudsfrau für Menschenrechte und der Gebietsregierung des Gebietes Samara, Vertreter aus Fachkreisen − Hochschullehrer, Lehrer für Zusatzausbildungen, Lehrer von Sonder- und allgemeinbildenden Schulen, Psychologen, Logopäden, Leiter von Bildungsanstalten. Alle Teilnehmer entwickeln im Wolgagebiet (Gebiete Samara, Orenburg, Uljanovsk, Kirovsk, Nizhnij Novgorod, Tatarstan, Bashkortostan und Urdmurtija) aber auch in Volgograd und Moskau inklusive Bildung in der Praxis.

GRUSSWORTE
Auf dem Forum wurde ein Grußwort der Initiatorin des Deutsch-Russischen Sozialforums im Petersburger Dialog Anne Hofinga verlesen. Weitere Grußworte kamen von Tatjana Koszlova, Ombudsfrau für die Rechte des Kindes im Gebiet Samara, Nikolaj Mitrjanin, Stellvertreter des Vorsitzenden einer örtlichen Duma, Nina Bukovzova, Direktor des Instituts für Sonderpädagogik der Staatlichen Wolga-Akademie, Aleksandra Agapove von der Associacija „Sluzhenije“.
 
ZUSCHALTUNG VON FACHLEUTEN AUS MOSKAU UND TOMSK
Während des Plenarsitzungen wurden Partner aus Moskau und Tomsk zugeschaltet. Mit großem Interessen hörten die Teilnehmer Ekaterina Romanova zu, einer Expertin und Pädagogin der inklusiven Klassen der Schule Nr 518 in Moskau, die von ihren Erfahrungen bei der Aufnahme eines Kindes mit Behinderungen in ihre Klasse berichtete.
 
BESUCH IN DER SCHULE NR. 139
Die Teilnehmer des Forums besuchten die Schule Nr. 139, die eine Experiment inklusiver Bildung in Samara durchführt. Die Direktorin erzählte über die Erfahrungen beim Übergang zu inklusiven Methoden bei der Arbeit mit den Kindern und beantwortete zahllose Fragen. Die Teilnehmer des Forums konnten sich mit eigenen Augen von der würdigen Ausstattung für alle Lebenslagen, die mit städtischen und regionalen Programmen in der Schule geschaffen wurden, überzeugen: Treppenlift, Rampe, Toiletten mit spezieller Ausstattung, ein sensorisches Zimmer usw. Der Besuch in der Schule war in Bezug auf die Effektivität inklusiver Praktiken im Bildungsprozess viel überzeugender als viele richtige und wichtige theoretische Worte darüber.  
 
ÜBERREGIONALER FACHAUSTAUSCH
Das Forum wurde zum Offnen Platz für den Austausch über sinnvolle Anwendungsformen inklusiver Praktiken, die in verschiedenen Regionen entstanden waren. Vertreter von Vereinen, Spezialisten aus dem Bildungssektor und praktisch arbeitende Pädagogen aus verschiedenen Regionen des Wolgagebietes begannen gemeinsam einen Prozess der Ausarbeitung von Lösungsansätzen für den Aufbau inklusiver Bildung in Russland. Eine für alle Beteiligten fruchtbare Zusammenarbeit entstand, die die Bewegung für inklusive Bildung im Wolgagebiet erweitern und kräftigen wird. Breit angelegte Informationstätigkeit soll im Wolgagebiet Betroffene über die Möglichkeiten aufklären, Kinder mit Behinderungen zu gleichen Bedingungen wie Gleichaltrige ohne Behinderung in Schulgemeinschaften aufzunehmen.
 
Die Teilnehmer waren sich einig darüber, dass Veranstaltungen wie dieses Forum nötig sind. Informationen über inklusive Bildungswege, und insbesondere die Bekanntschaft mit erfolgreichen Inklusions-Praktikern sind wichtig. Viele Spezialisten des Bildungssystems, die Eltern behinderter Kinder und die Leiter von Vereinen, die sich mit Inklusionsfragen beschäftigen haben einen großen Bedarf  am Austausch und an der gemeinsamen Suche nach optimalen Wegen für die inklusive Bildung in Russland.
 
RESOLUTION
Auf der Grundlage der Ergebnisse des Forums wurde eine Resolution verfasst, die an alle Teilnehmer und auch an Beamte in allen Regionen des Wolga-Gebiets und an die Mitgliedorganisationen der Nationalen Koalition „Für Bildung für alle“ geschickt wurde. T. Kozlova, die Umbudsfrau für die Rechte des Kindes in unserem Gebiet sandte die Resolution an die Staatsduma, das Ministerium für Bildung und Wissenschaft, den Bevollmächtigten für die Rechte des Kindes im Gebiet Samara und die Ombudsmen für die Rechte des Kindes in verschiedenen Regionen des Wolgagebiets.
 
GRÜNDUNG EINES INTERDISZIPLINÄREN KOORDINATIONSRATES FÜR INKLUSION
Um die Forderungen der Resolution umzusetzen, wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich um die Gründung eines interdisziplinären Koordinationsrates beim Bevollmächtigten des Präsidenten Russlands im Wolgagebiet kümmern soll. Sie wird von E. Brytkova (NGO „Parus Nadezhdy“, Samara), E. Golovinskaja (Redakteurin des Journals „Moderne Bildungstechnologien“, Samara) N. Bartkova und E. Petsherskich (NGO Desnica“, Samara) gebildet.

Die Gründung des Rates erlaubt es, die Umsetzung der Forderungen der Resolution zum Aufbau inklusiver Bildung im Wolgagebiet auf eine ganz neue Ebene zu heben. Es soll zu einer besser koordinierten Arbeit verschiedener Organisationen, Einrichtungen und Ämter beim Übergang von Bildungseinrichtungen zu inklusiven Unterrichtsformen ermöglichen.
 
BEWEGUNG FÜR INKLUSIVE BILDUNG
Als weiteres Resultat der erfolgreichen Arbeit des Forums können die ungeplanten Resultate, die sich während der Durchfürhung des Forums ergaben, gelten: Der Beschluß der Teilnehmer des Forums, sich im Forum nicht nur zu versammeln und über inklusive Bildung zu reden, sondern den interdisziplinären Koordinationsrat beim Bevollmächtigten des Präsidenten Russlands im Wolgagebiet zu gründen, um die Prinzipien  inklusiver Bildung gemeinsam mit örtlichen Vereinen im Wolgagebietes umzusetzen. Die hohe Nachfrage nach Inklusion außerhalb der Grenzen des Wolgagebietes zeugt ebenfalls von der immer breiteren Bewegung für inklusive Bildung in Russland. Das ist besonders wertvoll vor dem Hintergrund der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Behinderten, die die Russland am 3. Mai 2012 unterschrieb.